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Trauer und Gedenken


Todesanzeigen - Spiegel der Gesellschaft

Normalerweise macht eine Todesnachricht betroffen und traurig.
Manchmal lässt einen das Lesen einer Todesanzeige jedoch eher erstaunen - teilweise schmunzeln.

TodesanzeigeTrauer und Verlust sind so individuell wie der Verstorbene selbst. Es ist somit nahezu selbstverständlich, dass Nachrufe und Todesanzeigen gleichermaßen unterschiedlich und besonders sind. Neben den Standard-Angeboten der meisten Bestatter und Zeitungen, setzen sich auch ganz individuelle, persönliche Abschiedsanzeigen durch. In der Zusammenfassung eines ganzen Lebens auf begrenztem Raum liegt eine große Kunst. Die Besonderheiten des Verstorbenen und dessen Leben in nur wenigen Zeilen, auf nur sehr begrenztem Raum einer Todesanzeigen angemessen zu beschreiben, ist schwer. Mitunter kommt es dabei auch zu gewollt und ungewollt komischen Zeilen.

Es gibt einige Sammlungen dieser Kuriositäten - online und in Büchern zusammengefasst.
Einige der Titel lauten: "Aus die Maus" (kiwi Verlag), "Eingegangen in die ewigen Jagdgründe" (echter Verlag) und "Es ist echt zu bitter" (Germa Press)

 

Unter todesanzeigensammlung.de finden sich ebenfalls einige Fundstücke.

Es ist und bleibt beruhigend, dass es dennoch viele individuelle und liebevolle Anzeigen gibt, die selbst den fremden Leser beeindrucken und betroffen machen. Anzeigen, die dem Verstorbenen weitest gehend gerecht werden und ein wirkliches Andenken an ihn sind.

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Vorsorge für den Tag des Abschiedes?

Selten wird über das Sterben nachgedacht und gesprochen. Noch seltener über die eigene Bestattung. Somit ist nahezu jeder Tod unerwartet und plötzlich. Es obliegt den Angehörigen, sich im Sinne des Verstorbenen um die Bestattung zu kümmern. Es müssen Entscheidungen getroffen werden, welche Bestattungsform gewählt  werden, wie die Trauerzeremonie ablaufen soll und welcher Grabstein der angemessene ist.

Seit dem das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkassen 2004 gestrichen wurde, muss nun jeder selbst für seine Bestattung vorsorgen, oder Kosten und Organisation den Hinterbliebenen überlassen. StilleSpuren Grabstein

Es gibt verschiedene Angebote unterschiedlicher Versicherungen, sodass mit geringen monatlichen Beiträgen eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen werden kann. Die Beitragsdauer ist begrenzt, sodass laut der Versicherer keine Überzahlungen möglich sind. Für Menschen, die das 80. Lebensjahr bereits überschritten haben, ist eine verzinsliche Treuhandeinlage möglich.

Der Bund der Versicherten warnt jedoch vor diesen Angeboten.
Wer für Tod und Beerdigung vorsorgen möchte, kann dies in eigener Regie tun und damit Versicherungen meiden. Vor Abschluss einer Sterbegeldversicherung sei es ratsam, sich über eventuell lukrativere Alternativen, wie zum Beispiel Festgeld, Sparverträge oder andere Geldanlagen, zu informieren. Häufig könne hiermit laut Aussages des BdV eine bessere Verzinsung als mit einer Sterbegeldversicherung erzielt werden.

Wer das Bedürfnis hat, schon frühzeitig Details, wie Art der Bestattung, Trauerfeier, Blumendekoration, Sarg oder Urne zu regeln, braucht dafür keine Versicherung.  Solche Details können in einem speziellen Vertrag mit einem Bestattungsunternehmen festgelegt werden.

Das Gespräch mit Familie und Freunden zu suchen - auch und gerade über diese Themen- ist bei allen Verträgen und Versicherungen jedoch mit Sicherheit die beste Vorsorge.

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Die letzte Reise -

Tod und Bestattung vom Mittelalter bis in die Moderne


Feste Rituale bestimmen seit jeher „die letzte Reise“ des Menschen. Im Christentum führt sie zunächst auf Friedhöfe innerhalb der Städte und Dörfer.

Somit sind die Toten den Lebenden stets präsent. Auch in und vor der Stiftskirche Enger existieren Gräber, beispielsweise sollen dort die Gebeine des sagenumwobenen „Sachsenherzogs“ Widukind liegen. Erst im 19. Jahrhundert entstehen Friedhöfe auch außerhalb der Ortschaften. - Zunächst in den Städten, später auch auf dem Land. Damit verbunden sind professionalisierte Bestattungen. Neue Traditionen entstehen und werden mit üblichen Ritualen verbunden.


Eine Sonderausstellung des Widukind Museums Enger in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde Enger stellt diese Themen in den Mittelpunkt.

Widukind-Museum-Enger
„Heute erleben wir, dass sich die Kultur im Umgang mit dem Tod verändert. In einer Gesellschaft, in der bürgerliche Familienideale sich beginnen aufzulösen, wird beispielsweise mit neuen Bestattungsformen experimentiert“, erzählt Museumsleiterin Regine Krull.


Die Bielefelder Historikerin Bärbel Sunderbrink sowie der Herforder Grafiker und Fotograf Siegfried Baron konzipierten die Sonderausstellung. Sie ist geprägt von rund 50 atmosphärischen Fotografien von Friedhöfen. Im Rahmenprogramm der Ausstellung gibt es mehrere Vorträge zu Trauerphasen, zur Hospizbewegung und zur Bestattungskultur.


Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 12. April 2009.


Ort: Widukind-Museum, Kirchplatz 10, Enger

Öffnungszeiten: Dienstags bis samstags 15-18 Uhr

und sonntags 11 bis 18 Uhr

widukind-museum-enger.de


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Kinderhospiz Regenbogenland - aufgehoben und beschützt

Es ist ein trauriger Tag. Zwei Kerzen brennen im Kinderhospiz Regenland. Diese Kerzen leuchten jeweils zum Abschied für ein verstorbenes Kind. Aber vermutlich ist deshalb gerade heute ganz deutlich zu spüren, dass das Regenbogenland in Düsseldorf ein besonderer Ort ist. Ein Haus, das sich bereits von Außen von der Nachbarbarschaft optisch absetzt - bunt bemalt in Regenbogenfarben. Bei Betreten des Kinderhospizes empfängt einen eine warme, freundliche, helle Atmosphäre.

Trotz aller Ängste und Traurigkeiten - es ist ein Haus, wo Leben und Lebensfreude im Mittelpunkt stehen. Die vielen - auch ehrenamtlKinderhospiz Regenbogenlandichen - Mitarbeiter bringen Fröhlichkeit in das Leben betroffener Familien und unterstützen darin, dass die verbleibende Zeit mit einem erkrankten Kind bewusst positiv gestaltet wird. Krankenschwestern, Krankenpfleger und Ärzte betreuen die Kinder in Kurzzeit- und Hospizpflege, Geschwister können an einem auf sie abgestimmten Programm teilnehmen, Eltern werden durch ein Familien- und Trauerteam begleitet, Familiennachmittage, ein Trauercafé, Geschwistertage, Trauergruppen werden angeboten und zeigen: die gesamte Familie steht im Vordergrund.

Zum Gedenken voll Liebe und Trauer an die Kinder, von denen Abschied genommen werden musste, werden von den Familienmitgliedern, Mitarbeitern und Freunden kleine und große Kieselsteine beschrieben. Sie finden Ihren Platz in der Mitte des lichtdurchfluteten Kinderbereiches.

Das Symbol des Regenbogens findet sich im Hause oftmals wieder: in den Kinderzimmern, als selbstgemalte Bilder, in Basteleien oder an der Kindernamenwand am Eingang des Kinderbereiches. Hier sind ein Regenbogen, ein Baum, die vielen kleinen Tieren Schutz geben an die Wand gemalt. Jedes Tier trägt einen Namen der Kinder aus dem Hospiz. - Ein Regenbogen als strahlende und vertrauensvolle Brücke für Betroffene und Besucher.

Ein beeindruckender Besuch im Kinderhospiz Regenland, der berührt, nachdenklich und zugleich zuversichtlich macht.

Weitere Informationen unter Kinderhospiz Regenbogenland.

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Buchhändlerin Sylvia Kost:

"Bilderbuchhelden helfen Kindern bei Traurigkeit."

 

Erwachsene begegnen dem Thema Tod auf unterschiedliche Arten: viele überdecken ihre Gefühle mit der Ratio, andere verdrängen das Thema in Gänze und nur wenige setzen sich wirklich mit dem Verlust auseinander. Von der Gesellschaft antrainierte Äußerungen, wie „das ist der Lauf des Lebens“, „besser als weitere Qualen“ oder „er hatte ein erfülltes Leben“ sind keine wirklich hilfreichen Erklärungen - kommen bei Kindern erst recht nicht an.

 

Das Thema Tod ist für die meisten Kinder ein Thema weit ab ihrer bisherigen Lebenswelt, ist nicht greifbar – somit flößt es Angst und Unsicherheit ein. Traurigkeit, Einsamkeit und das Gefühl ratlos zurückgelassen zu sein, überfordert häufig nicht nur die Kleinen selbst, sondern auch die Erwachsenen in ihrer Nähe.

 

Sylvia Kost"Bilderbücher zu den Themen Tod und Sterben bieten meist nur wenig Erklärungsversuche oder Antworten", so Sylvia Kost, Buchhändlerin aus dem oberbergischen Nümbrecht, "sie sind eine erste Heranführung und können ganz konkret das für die Kinder unmittelbarste Gefühl bezwingen: In diesem Moment traurig zu sein." "Viele kleine Kinder reagieren besonders positiv auf Bilderbücher, die weder einen übersteigerten pädagogischen, noch einen religiösen Aspekt ins Spiel bringen", fasst Sylvia Kost ihre Erfahrungen zusammen, "wichtig ist die positive Grundstimmung, die Bilder und Worte vermitteln können: plakative Illustrationen, freundliche, unaufdringliche Farben und Figuren." In den meisten Bilderbüchern zur Materie wird mit wenigen, aber charakteristischen Details gearbeitet. Sylvia Kost: "Dies halte ich für sehr wichtig um Authentizität zu vermitteln. Die Figuren sind unter Umständen böse, ratlos, müssen lachen oder sind unbeteiligt. Mit diesen ehrlichen und ungefilterten Gefühlen können die Bilderbuchhelden häufig besser helfen, als die Erwachsenen im realen Umfeld."

 

Nach den Einschätzungen von Frau Kost findet jeder, der ein wenig Zeit investiert, für ein betroffenes Kind das richtige Buch. Die Literatur-Liste von StilleSpuren möchte hierzu einige Anregungen geben.

 

Abschließend rät sie: "Machen wir es bei den Kindern besser, als bei uns selbst: setzen wir uns mit dem Thema auseinander, bevor es uns unmittelbar betrifft."


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„Sprachlose Trauer“ - Kindertrauergruppen


Kinder drücken Ihre Trauer meist nicht über Worte aus. Wenn Kinder einen ihnen wichtigen Menschen verlieren, kann es sein, dass sie wütend werden oder schweigen, manchmal sich nach Außen gar nichts anmerken lassen. Sei es aus Rücksichtnahme, andere nicht belasten zu wollen, sei es, dass sie an Gewohntem, an der Normalität festhalten wollen, oder weil schlicht die Möglichkeit des Sprechens und Zuhörens fehlt.

photocase.comDas direkte und mittelbare Umfeld - zumeist selbst in der eigenen Trauer gefangen - reagiert, häufig hilflos und ist befangen. Umso wichtiger ist das Angebot von Kindertrauergruppen, die mit professionellen Trauerbegleitern und in kindgerechter Umgebung in dieser Phase des Lebens zur Seite stehen und vieles auffangen können. Wichtig ist, dass Kinder hier begleitet werden und keine Therapie stattfindet.

Kindertrauergruppen richten sich auf die speziellen Bedürfnisse der Kinder aus. Hier können die jungen Betroffenen miteinander spielen, toben, reden und kreativ arbeiten. In Gemeinschaft mit Gleichaltrigen, die ähnliches erlebt haben, fällt es leichter, über Gedanken zu reden und sich mit der neuen Situation auseinanderzusetzen. Malen, Musizieren, Tanzen, Geschichtenhören- und erzählen, Arbeiten mit vielseitigen Materialien helfen dabei, das Erlebte zu bewältigen.

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Friedhöfe: steinerne Archive der Geschichte


photocase.comSeit Menschengedenken ist es üblich, Verstorbenen Denkmäler zu setzen - von schlichten Steinen bis hin zu einem Mausoleum. Die Gestaltung der Grabstätten zeigt, welchen Status der Verstorbene hatte und wie Hinterbliebene mit dem Tod und den Toten umgehen. Friedhöfe haben ihre eigene Geschichte, sie sind mit ihren Gräbern und Gruften, Kunst und Kuriositäten, mit den Namen und damit verbundenen Geschichten der Bestatteten elementarer Bestandteil unserer Kultur.

Die Bezeichnung „Friedhof“ leitet sich von dem altdeutschen Wort „frithof“ ab - der Bezeichnung eines eingefriedeten Vorhofes einer Kirche. Heute versteht man die Grabstätten eher als „Hof des Friedens“. Somit hat sich der Begriff gehalten, obwohl Friedhöfe nicht mehr nur alte, bereits lang genutzte Kirchhöfe sind, sondern geplante, angelegte Areale außerhalb des Kirchengeländes.

Mit den Ruhestätten der Verstorbenen bildet der Friedhof einen Ort der Stille, der Trauer und des Gedenkens. Hinterbliebene pflegen das Andenken unter anderem durch Ausstatten und Instandhalten der Grabstellen.

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Ritualisierte Abschieds- und Bestattungsformen

- Zeichen von Kultur


Bestattung, Beisetzung, Beerdigung, Gottesdienst, Gedenkfeier...
Bis heute werden als würdig empfundene, ritualisierte Formen des Gedenkens und der Abschiednahme gepflegt:
als Zeichen der Wertschätzung und der Verbundenheit mit dem Verstorbenen, aus traditioneller Selbstverpflichtung heraus, als Möglichkeit, persönlich Abschied zu nehmen und der Verstorbenen zu gedenken.
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Die Beerdigung eines Verstorbenen ist Ausdruck einer Jahrtausende alten Kultur in Judentum, Christientum und Islam. Bis zum Jahre 1300 vor Christus herrscht die Erdbestattung vor, ab diesem Zeitraum ist auch die Feuerbestattung möglich und üblich. 500 bis 200 vor Christus entstehen erste Friedhöfe außerhalb von Städten.
Unterschiedliche Rituale werden dem Wandel der Zeit angepasst, feste Bestandteile bewahrt und somit Traditionen gefestigt.

Heute gilt in Deutschland eine Bestattungspflicht.
Ist die Bestattungsform nicht vom Verstorbenen zu Lebzeiten festgelegt, entscheiden die nächsten Angehörigen hierüber.

Die Erdbestattung des Leichnams in einem Sarg, in einem Grab und auf einem Friedhof, ist die traditionellste Bestattungsform in Deutschland. Es gibt Einzel-, Familien- und Reihengräber, jeweils mit Gedenkstein markiert, oder anonyme Gräber, ohne besondere Kennzeichnungsmöglichkeit. Für die Grabstellen wird über einen bestimmten Zeitraum ein Nutzungsrecht erworben. Dies kann bei Reihengräbern grundsätzlich nicht verlängert werden.

Die Feuerbestattung erfolgt, nach Einäscherung in einem Krematorium, durch Beisetzung der Asche auf einem Friedhof, wahlweise mit oder ohne Urne, in Erde oder einem Kolumbar (Urnenwand).

Mancherorts ist es möglich, die Asche zu verstreuen oder im Wurzelbereich eines Baumes zu bestatten. Diese Flächen müssen für diesen Zweck als Aschestreuwiesen ausgewiesen, beziehungsweise für die Naturbestattung vorgesehen sein.

Die Seebestattung ist seit 1972 auch für Nicht-Seeleute möglich. Der Ort der Seebestattung ist im Logbuch des speziell für diese Bestattungsform vorgesehenen Schiffes eingetragen. Eine gekennzeichnete Seekarte bleibt als Erinnerung.
51 Prozent aller deutschen Bundesbürger wünschen sich für die eigene Beisetzung eine der traditionellen Bestattungsformen. Hiervon würden 30 Prozent das Erdgrab und 21 Prozent das Urnengrab bevorzugen. 16 Prozent der Deutschen würden für sich eine der modernen Bestattungsformen wählen. In diesem Falle kämen für die meisten das Verstreuen der Asche oder eine Baumbestattung in Betracht.
(Angaben tns infratest 2007)

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Symbole der Trauer


Seit Jahrhunderten gibt es eine vertraute Symbolsprache, insbesondere für Glaube, Tod und Trauer. Mit ihrem geschichtlichen und kulturellen Hintergrund hat sie ihre Wertigkeit bis heute halten können. Immer noch sollen Blumen Trost spenden, sind Zeichen der Anteilnahme, der Zuneigung und stehen für die Verbundenheit mit dem Verstorben, auch über den Tod hinaus. Denn - Blumen, Blätter, Zweige sind so vergänglich wie die Menschen.
Einzelne Pflanzen habe im Laufe der Geschichte eine ganz bestimmte Bedeutung erlangt:
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Aufgrund ihrer weißen Farbe steht die weiße Lilie im Christentum für Reinheit, Unschuld und Jungfräulichkeit (Erzengel Gabriel überreicht Maria eine weiße Lilie als Symbol für die Empfängnis Jesu). In der Volkssymbolik ist die Lilie nicht nur Symbol der Reinheit und des Lichtes, sondern auch des Todes.

Die Rose wird oft als „Königin der Blumen“ bezeichnet. Ihre rote Farbe ist Zeichen der Liebe und Zuneigung. Im Sinne des christlichen Verständnisses steht sie für Wahrhaftigkeit und Reinheit.

Eine Nelke wird bereits im Mittelalter als Blume des Todes angesehen. Die Optik der Gewürznelke und des einzelnen Blütenblattes erinnert an die Form eines Nagels. So entsteht eine Verbindung zum Kreuzigungstod Jesu.
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Siegeszeichen der Römer ist ein Palmwedel. Er wird im Laufe der Zeit zum Symbol des Friedens. Später steht er für den Sieg über den Tod. Die immergrünen Blätter symbolisieren bis heute das ewige Leben und die Auferstehung.

Der Kranz ist eines der weitverbreitetsten Symbole für Trauer. In vielen Religionen und Kulturen steht es aufgrund der Optik für Ewigkeit, Unendlichkeit oder Schutz vor bösen Mächten.

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Gedenktage in Deutschland



Allerheiligen
Am ersten November wird aller offiziellen, sowie namenlosen Heiligen und Märtyrer gedacht. Den katholischen Gedenktag gibt es seit dem neunten Jahrhundert. Es werden auf den Gräbern der Verstorbenen traditionell "Seelenlichter" entzündet und grüne Zweige, als Zeichen der Hoffnung, abgelegt.

Allerseelen
Die Katholiken begehen am zweiten November den Gedächtnistag für alle "armen Seelen", die sich, nach altem christlichen Glauben, zur Reinigung im Fegefeuer der Vorhölle befinden. Am Tag zuvor können sie für eine Zeit lang auf die Erde, kehren aber Allerseelen wieder in das Fegefeuer zurück. Die "Seelenlichter" weisen ihnen den Weg.

Volkstrauertag
Der Volkstrauertag wird am zweiten Sonntag vor dem ersten Advent begangen. Auf Initiative der Deutschen Kriegsgräberfürsorge e.V. (VDK) wird seit 1924 deutschlandweit der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. "Die Erinnerung an den Tod von Millionen unschuldiger Menschen mahnt jeden einzelnen von uns, immer und überall, aktiv für unsere freiheitliche Demokratie einzutreten, sie entschlossen gegen ihre Feinde zu verteidigen und ein friedliches Zusammenleben zwischen Menschen und Völkergemeinschaften mit aller Kraft zu fördern. Es gehört zu unseren vornehmsten Aufgaben, diese Einsicht an die nachwachsenden Generationen weiterzugeben, damit die schrecklichen Erfahrungen der Vergangenheit sich niemals wiederholen können." (Helmut Kohl, Bundeskanzler a. D., 14.11.1993)

Totensonntag
Der Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt, ist ein evangelischer Gedenktag am Ende des Kirchenjahres. Er symbolisiert Unwiederbringlichkeit. Auf ihn folgen jedoch die Adventstage - die Vorbereitung auf den Neuanfang durch Christi Geburt -somit steht dieser Tag zugleich für den Glauben, dass der Tod nicht das Ende ist. "Der Totensonntag erinnert daran, woher wir kommen und wohin wir gehen." (Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche Deutschland, 24.11.2006) Der Feiertag lässt sich auf König Friedrich Wilhelm III von Preußen zurückführen, der ihn 1816 zum öffentlichen Totengedenken einführte.

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Die Hospizidee - Für eine Kultur von Sterben und Leben


Der Begriff "Hospiz" leitet sich ab von "hospitium" und bedeutet Gastfreundschaft, gastliche Aufnahme und Herberge. Heute steht er für würdige Beherbergung am Ende des Lebens, für menschenwürdige Sterbebegleitung.photocase.com
Die Hospizbewegung versteht sich als Gegenbewegung zur Entpersonifizierung und Tabuisierung von Sterben und Tod. Mittlerweile ist sie eine der größten bürgerschaftlichen Initiativen unserer Zeit: es bestehen nahezu 600 Hospizinitiativen, über 60 stationäre Hospize und ca. 50 Palliativstationen in Krankenhäusern.
Es ist eine ganzheitliche Sicht des menschlichen Lebens, die gemeinsames Arbeiten im Verbund, ein Zusammenwirken, insbesondere von Medizin und Pflege, Politik, Rechtswesen, Theologie und Seelsorge, von ehrenamtlich und hauptamtlich Tätigen und auch Angehörigen erfordert. Im Mittelpunkt der Hospizarbeit steht die betreuende Versorgung des hilfsbedürftigen, sterbenden Menschen. Exzellente Pflege, Beschwerden-Linderung, weitestgehende Schmerzausschaltung, aufmerksame, ehrliche, mitmenschliche Begleitung für Sterbende und die Angehörigen sind die wesentlichen Leitworte der Hospizarbeit.
Dabei findet kein (Be-)Handeln um des Handelns willen statt, spezifisch ausgebildete Ärzte und Mitarbeiter lassen den Patienten Raum und Ruhe, stehen aber bei Bedarf und auf Wunsch jederzeit zur Verfügung.

Die Auseinandersetzung mit dem Sterben berührt alle Grundfragen des Lebens: Was gibt dem Leben Sinn? Wer und was trägt Menschen am Ende ihres Lebens? Wo sind die Möglichkeiten und Grenzen der Sterbebegleitung? Was kommt nach dem Tod?
So fordert die überkonfessionelle Hospizbewegung jeden Einzelnen heraus, die Grundlagen des Glaubens im Horizont der gegenwärtigen Möglichkeiten und Bedingungen vom Leben und Sterben neu zu durchdenken und zeitgemäße, verständliche Antworten auf existentielle Fragen zu geben.

Weitere Informationen:

Deutsche Hospiz Stiftung

Bundesverband Kinderhospiz e.V.

Deutscher Hospiz- und Palliativ-Verband


Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin DGP

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